
Traditionelle tibetische Medizin
Allgemeines über die tibetische Medizin
Die tibetische Medizin ist ein wesentlicher und bedeutender Teil des Überlieferungsschatzes der tibetischen Kultur. Das Wissen über die tibetische Medizin wurde im Westen in den letzten Jahren umfassender, da sich immer mehr Ärzte für diese wirkungsvollen Heilmethoden zu interessieren beginnen. Viele westliche Ärzte haben sich dieses Wissen bereits angeeignet und wenden die überlieferten Behandlungsmethoden an. Durch die sinnvolle Ergänzung von westlicher und tibetischer Medizin wurden bisher sehr gute Heilungserfolge erzielt und somit stellt die tibetische Medizin für die Patienten eine Bereicherung dar.
Die Philosophie der tibetischen Medizin ist eine ganzheitliche. Das Ziel der tibetischen Medizin ist es, die harmonische Funktion und das Gleichgewicht aller Energien aufrechtzuerhalten. Entscheiden dabei ist die Frage: wie kann man Krankheiten verhindern kann, damit sie in unserem Körper erst gar nicht zum Ausbruch kommen
Krankheiten sind immer das Produkt von Ursachen und Bedingungen. Unbewusstheit und Unbewusstheit sind die entscheidenden Ursachen aller Krankheiten. Aufgrund von Unwissenheit oder Täuschungen kann man nicht die Wirklichkeit der Phänomene sehen und bleibt dadurch im persönlichen Selbst oder Ego verhaftet. Dadurch sind wir bedingt durch die drei Geistesgifte: Begierde, Hass und Dummheit. Diese drei Geistesgifte erzeugen unsere drei Körpersäfte: Begierde verursacht die Wind-Energie (tib.: rlung), Hass ruft Gallen-Energie (tib.: mkhris pa) hervor und Dummheit Schleim (tib.: bad kan). Diese drei Körpersäfte bestimmen die Grundstruktur im Energiesystem des Körpers. Sie stehen mit allen lebenswichtigen Funktionen des Körpers, den Organen, den sieben Bestandteilen des Körpers und den drei Ausscheidungen in Beziehung. Wenn die drei Körpersäfte, sieben Körperbestandteile und die drei Ausscheidungen in der Balance sind, ist man gesund, wenn sie unausgeglichen sind, wird man krank. Da alles zusammenhängt, hat die Unausgeglichenheit in einem Organ oder in einem der Körpersäfte Auswirkungen auf den Rest des Organismus.
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Grundlagen der tibetischen Medizin
© Alle Texte: Oliver Leick, 2006